[Discuss] Unidirektionales WLAN?

Harald Geyer (spam-protected)
So Okt 21 14:47:19 CEST 2018


Thomas Zehetbauer writes:
> > Wie willst du in den WLAN-Beacons die Position übertragen?
> 
> Indem ich die Positionsdaten als SSID verwende.
> Der AP heisst dann zum Beispiel "48.1234_16.1234_220"

Hm, das würde natürlich gehen, ist aber ein sehr dirty Hack.
Das würde ich nur als Notlösung sehen.

> >> Schöner wäre natürlich eine statische essid und die Telemetrie
> >> über UDP zu senden, aber was passiert, wenn der Ballon die
> >> Bodenstation nicht mehr sieht? Wird trotzdem weiter gesendet?
> > Ja. Insbesondere wenn du an eine broadcast addresse sendest.
> > Also zum Beispiel 10.11.12.1/24 als Adresse konfigurieren und an
> > 10.11.12.255 UDP Pakete senden.
> > (Das ganze natürlich im ad-hoc Modus.)
> 
> Sollte das auch im Access-Point Modus funktionieren?

Ich weiß es nicht. (Hab' Access-Point Modus viel weniger gedebugged als
ad-hoc Modus). Ich weiß nichteinmal was im Access-Point Modus mit
broadcasts passiert, wenn es keine assozierte clients gibt. Könnte sein,
dass ein schlauer Treiber die dann gleich wegoptimiert.

Damit das nicht zu einem umfangreichen Forschungsprojekt wird, würde ich
definitiv ad-hoc Modus verwenden.

> > 2.4 GHz hat weniger Dämpfung als 5 GHz. Wegen Bitrate ist es ein
> > Kompromiss: Je niedriger umso größer die Reichweite, aber auch umso
> > wahrscheinlicher eine Kollision.
> 
> Also niedrige Bandbreite und kleine Pakete.
> 
> Mich würde vor allem interessieren, wie sich der gewählte Standard
> (a/b/g/n) und die Bandbreite auf die Modulation (BPSK, QPSK, QAM)
> und damit auf die Reichweite auswirkt.

Darüber weiß ich leider wenig.

> > ad Reichweite verbessern: Richtantenne auf der Empfangsseite.
> 
> Ich denke auch an einen Vorverstärker, aber dazu brauche ich einen
> WLAN-Adapter mit Antennenanschluss und müsste diesen - falls das
> überhaupt möglich ist - auf "nur Empfang" konfigurieren.

Vorverstärker würde ich nicht nehmen: Nutzen zweifelhaft (womöglich
schädlich) und macht das nur komplizierter.

Wenn ein WLAN-Interface keine ssid konfiguriert hat, sollte es auch
nichts senden. Die meisten Module haben einen monitor modus - den
brauchst du im speziellen, falls du doch deinen ssid-hack verwenden
willst, sowieso.

> Was sind die längsten Strecken bei Funkfeuer und wie werden die 
> betrieben?

Was die längsten Strecken in Betrieb sind, weiß ich nicht (bin lange
nicht mehr aktiv), aber mit guten Antennen und freier Fresnel-Zone
kann man auf 2.4GHz Pakete auf Entfernungen empfangen, wo alleine
aufgrund der Signallaufzeiten keine normale WLAN-Verbindung mehr
möglich ist (die ACKs kommen mit einer Verzögerung, wo der Treiber
schon im Resend ist und sie deshalb nicht hört - den timeout kann man
zwar konfigurieren, aber es gibt Grenzen) ...

Ich schätze, das mit einer guten Antenne, dutzende Kilometer möglich
sind, aber es hängt natürlich stark vom Wetter ab: Ich/wir haben solche
Versuche nie durch Wolken/Nebel gemacht. Auch kannst du dir den Luxus
einer zu guten Antenne nicht leisten, weil sonst findest du den Ballon
nicht mehr, wenn du ihn einmal verloren hast.

Ich glaube nicht, dass unsere Erfahrungen ausreichen, um dir eigene
gezielte Versuche zu ersparen. Von da her ist eine Zusammenarbeit mit
einem Amateurfunker sicher der einfachere Weg. Außerdem sind deren
Frequenzen weniger feuchtigkeitsempfindlich.

HTH,
Harald




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